Braucht es Gründe um zu pilgern? Nicht unbedingt.

Ich hab dir hier trotzdem meine Highlights und meine Erfahrungen zum Thema Pilgern zusammengefasst. Diese 5 Gründe sind auch ausschlaggebend, warum ich in den nächsten Monaten unbedingt den Jakobsweg gehen möchte.

Teste deine Grenzen

Ein wichtiger Teil meiner Pilgererfahrung war es, herauszufinden wo meine körperlichen und geistigen Grenzen liegen. Vielleicht traust du es dir nicht zu, oder du denkst du kannst nicht mehr. Aber nach zwei, drei Stunden wandern vergisst du die Schmerzen und dein Körper findet auf unerklärliche Weise wieder neue Kraft, und dann gehst du die nächsten 20 Kilometer bis zum Ziel. Vergiss nicht du bist stärker, als du denkst!

Die Schönheit der Natur

Du wachst mit den ersten Sonnenstrahlen auf und schläfst mit den letzten Sonnenstrahlen ein. Tagsüber bist du in Wiesen, Wäldern und Feldern unterwegs. Ab und zu findest du dich auch auf einem Berg wieder. Kurz gesagt: Du bist mitten in der Natur. Genieße deine Zeit und atme tief durch.

Manchmal pilgert man auch in die falsche Richtung.

Manchmal pilgert man auch in die falsche Richtung.

Neues Körperbewusstsein

Nach dem ersten Tag, spätestens am zweiten, kommt das böse erwachen und du spürst Teile deines Körpers von denen du nicht wusstest, dass du sie hast. Von was ich rede? Muskelverhärtungen in den Unterschenkeln, im Nacken und den Schultern. Was das ist? Ein wirklich schmerzhaftes Signal unseres Körpers – er will uns sagen, dass es zu anstrengend, zu stark, zu ungewohnt ist. Warum es trotzdem ein Grund ist, dass du pilgern solltest? Du lernst mit dem Schmerz umzugehen, du erkennst was du tun musst um deinen Körper wieder auf Vordermann zu bringen, um deine Muskeln zu beruhigen und ihnen neue Kraft zu schenken. Du wirst dankbar sein, weil dich deine Beine so weit tragen und mit Stolz erfüllt sein, wenn du dein Ziel erreichst.

 Der Weg ist das Ziel

Ausbrechen aus dem Alltag

Du bist müde und antriebslos? Du kannst deine Wohnung nicht mehr sehen und deine Freunde nerven dich auch? Dann los. Das sind die perfekten Anzeichen, dass du aus dem Alltag ausbrechen und dich Hals über Kopf in ein Pilgerabenteuer stürzen solltest. Es wird dir und deiner Seele gut tun abzuschalten und neue Energie zu tanken.

Konzentration auf das Wesentliche

An was denkt man beim Pilgern? Nein, nicht an das große Ganze oder deinen Stellenwert im Universum. Man hat (nach einer kurzen Wanderung) auch keine Erleuchtung. Es ist viel einfacher, viel banaler. Du wirst dir den ganzen Tag nur folgende Fragen stellen:

  • Wann kann ich wieder etwas von meinem Proviant essen?
  • Wie lange reicht mein Trinkwasser?
  • Trinke ich auch genug?
  • Esse ich genug um die Tagesetappe zu meistern?
  • Wo ist das nächste Klo?
  • Wo ist der nächste Busch, wenn ich kein Klo finde?
  • Wie lange wird es wohl zum nächsten Etappenziel sein?
  • Wie viele Kilometer habe ich heute schon zurück gelegt?
  • Wann sind wir endlich da?

Du lachst? Dann geh mal los, in zwei Tagen sprechen wir uns noch einmal. 😉

Beim Pilgern triffst du auf die eindrucksvollsten Landschaften.

Beim Pilgern triffst du auf die eindrucksvollsten Landschaften.

Wie du siehst sind nicht alle Gründe positiv und ich rede das Pilgern nicht schön. Es ist teilweise eine Qual und ja, es ist anstrengend. Aber ich verspreche dir, danach geht es dir besser. Du erlebst bei einem kurzen Trip vielleicht nicht die angepriesene Erkenntnis, aber du wirst dich selbst ein bisschen besser kennenlernen und kannst deine Grenzen optimal ausloten. Ich empfehle so eine Wanderung wirklich jedem, der mal etwas anderes erleben will.

Also los, pack deine Sachen – auf geht’s in die weite Welt!

Warst du auch schon einmal pilgern? Hat es dir gefallen und kannst du meine Liste ergänzen?

Bis bald,

Kerstin